Fünf Sterne und
zwei Doktoren

Leserbriefe / 11.11.2021 • 20:25 Uhr

Die Klimakonferenz hat erneut die Bedeutung der Wälder hervorgehoben, Vorarlberg könnte mittun und voranschreiten. Freund*innen haben mir jüngst diese Idee präsentiert: Für jedes Neugeborene in Vorarlberg werden fünf Bäume gepflanzt, als eine 5-Sterne-Auszeichnung sozusagen: In jedem Kontinent wird ein robuster, artenspezifischer Baum gepflanzt zur Aufforstung der bedrohten Waldgebiete. Begleitet durch ein Wissenschaftlerteam aus der Region und der UNO, damit Missbräuche und Fehlentwicklungen möglichst ausgeschlossen werden. Zumindest jährlich, zu jedem Geburtstag, bekommen die Kinder oder ihre Eltern oder die Erziehungsberechtigten eine kompakte Beschreibung über den Zustand der Bäume. Die Idee ist faszinierend: Die Landesregierung könnte sehr leicht die Finanzierung und Organisation dafür übernehmen. Es wären endlich einmal positive Schritte, positive Nachrichten. Fünf Sterne dafür. Leider gibt es auch negative Nachrichten. Zwei Spin-Doktoren, ich nenne sie Dr. Kickl und Dr. Kurz haben sich angemaßt, quasi-medizinische Erklärungen zu den bedrohlichen Pandemieverläufen abzugeben. Um nicht missverstanden zu werden: Ich bin ein radikaler, prinzipieller Vertreter der Impffreiheit, obwohl ich persönlich genau so entschieden für das Impfen als wahrscheinlich sinnvollste Strategie zur Bekämpfung dieser Pandemie eintrete. Aber Wurm-Mittel und Vitamin-C-Präperate als Alternativen anzupreisen oder die kollektive Pandemiebekämpfung für beendet zu erklären, halte ich für wahnwitzig, lebensgefährlich. Österreich braucht andere Führungspersönlichkeiten. Und endlich eine professionelle, sachpolitische Kommunikation.

Andreas Postner, Rankweil