Wir brauchen die Verkehrswende
Auftakt dazu ist das nach jahrzehnte-
langer Planung vor Jahresfrist vereinbarte Aus für die „Waldviertler-Autobahn“. Sie wird nun durch öffentlichen Verkehr und niederrangige umweltschonendere Möglichkeiten ersetzt. Gerade folgte das Aus für die Lobautunnel-Autobahn. Nächstes Monsterprojekt, das einer Klimaevaluierung nicht standhalten kann, ist die seit Jahrzehnten geplante S 18. Auf 60.000 Fahrzeuge ausgelegte Autobahnen wie die S 18/CP sind keine Entlastung, sondern ein Magnet für weitere Motorisierung. Wollen wir unseren Kindern ausgeräumte, verbetonierte Landschaften, Klimakatastrophen, Luftschadstoffe, Wohnblocks und gefährdete Insektenarten hinterlassen? Auch E-Autos sind keine Allheilmittel. Erinnert sei an deren Batterien, den Platzverbrauch – und 60 bis 70 Prozent der Mikroplastikemissionen, die unsere Lungen gefährden, entstammen dem allgemeinen Reifenabrieb. Sowohl weltweites Bevölkerungswachstum wie auch das Wachstum schädigender Aktivitäten sind für unseren Planeten nicht mehr verträglich und unverantwortbar gegenüber unseren Kindern! Wirtschaft und Menschheit sind innovativ, wenn es brennt. Und es brennt! Alternativen gibt es zuhauf. Im Klimanotstand braucht es Verkehrsentlastungen durch Schienenausbau, Straßenbahnen, echte Umlenkungen von Gütern und Personen auf die Schiene, Werksverkehr, animierende Atmosphäre für Radfahrer und Fußgänger, erholsame Grünräume etc. – und wenn nötig ein kürzestes, schonendstes Verbindungsstück zwischen den beiden Autobahnen.
In Lustenau hätten längst Begrenzungen der Zollabfertigungszeiten, Durchfahrtsobergrenzen, Tempolimits etc. das Los der Durchzugsstraßen-Anrainer beheben können. Möge die gestiegene Gefährdung das Umdenken beschleunigen.
Mag. Roswitha Bösch, Lustenau