Hl. drei Könige –

Leserbriefe / 02.01.2022 • 17:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Modernisierung?

Seit meiner Kindheit, das ist freilich einige Jahrzehnte her, erlebte ich alljährlich die Hl. drei Könige mit einem Schwarzen, also mit dunkler Hautfarbe. Plötzlich verschwindet dieser Herrscher, der mit seinen „Amtskollegen“ aus anderen Erdteilen dem neugeborenen Jesus Gaben darbringt und diesen somit über ihre eigene Herrschaft stellt. Mir ist schon bewusst, dass man politisch korrekt nicht „Neger“ sagt. Aber ein bisschen fehlt mir da das Verständnis. Ist doch diese Sprachanwendung durch die in Amerika betriebene Versklavung Abertausender Afrikaner verpönt. Jetzt offensichtlich weltweit, jedenfalls ab den 1980er Jahren und speziell ab den 2000er Jahren. Aber gerade in Amerika gibt es mit dem United Negro College Fund einen wichtigen Stipendiengeber für schwarze Studenten! Dabei ist die Wurzel des Wortes ngś bereits aus dem 3. Jahrhundert belegt, aus dem Néguś entstanden ist und einen königlichen Herrscher aus Äthiopien meint (vgl. Wikipedia). Für mich ist also das Fehlen dieses Königs eine Diskriminierung. Sollte sich die Katholische Kirche „modern“ geben wollen, indem sie u. a. derart alte Überlieferungen verwirft, darf sie sich über den Schwund ihrer Mitglieder nicht wundern.

Norbert Gugganig, Dornbirn

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