Grün–Siegel für Atom

Leserbriefe / 07.01.2022 • 18:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „Grün-Siegel für Atom sorgt für Empörung“, VN vom 3. Jänner:

Wenn ich dem Vortrag vom emeritierten Prof. Dr. Dr. Hans-Werner Sinn „Die Energiewende ins nichts“ folge, so lässt die EU die Ökonomie und nicht nur die Ökologie mit einfließen. Herr Sinn stellt sieben Thesen auf, die alle mit wissenschaftlichen Daten belegt sind. Erstens: Das Klimaproblem besteht wirklich. Zweitens: Deutschland plant den doppelten Ausstieg. Drittens: Mit dem Atomausstieg steht es fast allein (mit Spanien und Belgien). Viertens: Wind- und Sonnenstrom bringen trotz riesiger Investitionen derzeit nur 3% der Energie in D. Fünftens: Um den gesicherten Wind- und Sonnenstrom von 1/7 auf 4/7 der durchschnittlichen Produktion zu heben (und drei KKWs einzusparen), werden 437 Speicherkraftwerke oder 22 Mill. Batteriesätze von E-Pkw gebraucht. Sechstens: Das kostet so viel wie 32 bzw. 85 neue AKW. Siebtens Fazit: Deutschland wird sich am Klima versündigen oder ausländischen Atomstrom importieren. Die Daten dazu können vom Ifo (Institut für Wirtschaftsforschung) in München abgefragt werden. Alle Daten können auch auf die OECD Staaten umgelegt werden. Zur Politik sei gesagt: „Die Politiker(innen) bilden sich eine Wahrheit so lange zusammen, bis sie sie als Wahrheit glauben, und transformieren sie dann in die Köpfe der Bürger.“ Die Aufgabenstellung fürs Klima ist doch wie in Deutschland CO2 von 84,1% des Gesamtenergieverbrauches durch fossile Brennstoffe zu reduzieren und nicht 3,3% Atomstrom.

Oswald Klettl, Wolfurt

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