„Lockerungen“ – aber nur für die Braven

Leserbriefe / 10.01.2022 • 18:08 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Abermals wird also gelockert, wie jetzt bei der Quarantäne! Was bedeutet eigentlich Lockerung (?), tja unter anderem kommt das Wort aus dem Strafvollzug. Dieser Zustand hinterlässt, bei mir zumindest, das Gefühl einer vorzeitigen Haftentlassung bei guter Führung oder die Gewährung eines kurzen Spazierganges im Hof. Sprich die Belohnung der Obrigkeit für die brave Befolgung der Coronamaßnahmen! Etwas befremdlich, oder? Ebenso ein Gefängnisausdruck mit bitterem Beigeschmack ist in meinen Augen auch die „Verschärfung“, man wird sehen, ob’s dazu kommen (muss) oder schon die Drohung wirkt. Übrigens auch ewig gestrige Ausdrücke wie: Plage, Seuche, Krieg und den unsichtbaren Feind, dem man ausmerzen und hinwegfegen muss, tragen nicht unbedingt zum Wohlbefinden bei. Da darf man sich nicht wundern, wenn Gedanken aus längst vergangener Zeit neue Bühnen bekommen.

Tobias Josef Kieber, Schruns

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