22 Uhr, ab ins Bett
– und dann still!

Leserbriefe / 16.01.2022 • 17:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Aus meiner langjährigen Erfahrung als Wirt kann ich sagen, dass es der größte Wunsch insbesondere junge Leute ist, andere zu treffen und mit Sicherheit nicht, nachhause zu gehen und still zu sind – nein, das Gegenteil ist der Fall. So wichtig können wir nicht sein, dass uns nie jemand fragt! Still allerdings ist es rund um unsere Unterstützer in den Interessenvertretungen und in der Politik geworden, die anfangs vermeintlich „gekämpft“ haben, diese sinnlose Regel zu kippen. Auch ist das Geschrei um die Klein- und Mittelbetriebe verhallt, die ja angeblich das Rückgrat unserer Wirtschaft sind. Nein, wir können diese Saison nicht mehr retten, wenn wir die Gäste nach 22 Uhr nicht ins Private verjagen, aber wir können zumindest für die Einheimischen einen fast sicheren Raum bieten, mit etwas Normalität. Alle Wirte des Landes wollen nur das machen, was sie immer getan haben, nämlich ihre Gäste willkommen heißen. Niemand in dieser Branche ist selbstständig geworden, um wunderbare Abende in der Hälfte zu beenden, die eigenen Gäste täglich zu verärgern, dubiose Regeln erklären zu müssen und wie ein Bittsteller auf staatliche Förderungen zu warten. Denn genau diesen Griff in fremde Geldtaschen werden wir alle unter anderem in den nächsten Jahren schwer und bitter bereuen.

Tobias Josef Kieber, Schruns

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