Sorgfältige Interessensabwägung

Leserbriefe / 23.01.2022 • 17:03 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Interessensabwägung im Fall der Neuzulassung von Heliskiing durch Landeshauptmann Markus Wallner und LR Gantner war davon abhängig, welche Werte von ihnen wie gewichtet und zugrunde gelegt wurden. Zehn Naturschutzorganisationen, die viele Tausend Mitglieder vertreten, und die Naturschutzanwaltschaft haben sich dezidiert gegen die Neuzulassung von Heliskiing am Arlberg ausgesprochen. Nicht genug damit, Der grüne Regierungspartner, die Umweltabteilung des Landes, der Amtssachverständige der BH Bludenz für Naturschutz und Landschaftsentwicklung sind bei der Abwägung ganz klar zu dem Ergebnis gekommen, dass es aus Klima- und Umweltschutzgründen keine Verlängerung für Heliskiing geben darf. Alle Werte, auf die sich diese Organisationen stützen, wurden von der ÖVP bzw. LH Wallner ohne Möglichkeit eines Dialoges im Eilverfahren weggewischt. Dass für LH Wallner wirtschaftliche Interessen an oberster Stelle stehen, ist ja nicht neu. Dann aber von einer sorgfältigen Interessensabwägung zu sprechen, grenzt an Zynismus. Eine Modellregion und Vorbild für Umweltschutz und Nachhaltigkeit will das Land laut Tourismusstrategie 2030 sein? Wie abartig dieser Anspruch ist, zeigt sich daran, dass es in ganz Österreich sonst keine Zulassung für Heliskiing gibt. Schöne Reden und die Praxis klaffen hier weit auseinander. Mit dieser Entscheidung ist die Glaubwürdigkeit der ÖVP am absoluten Tiefpunkt angekommen.

Franz Ströhle, Alpenschutzverein für Vorarlberg, Dornbirn

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