Politischer Olympiaboykott in China

Leserbriefe / 06.02.2022 • 17:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Trotz Kriegsgefahr in der Ukraine entfachten die US-Amerikaner mit ihrem diplomatischen Olympiaboykott, dem einige Staaten wie Lemminge hinterherlaufen, bereits ein neues Feuer. Dass Sanktionen und Boykotts erfolglos sind, haben bereits Kuba, Nordkorea, Iran oder Russland gezeigt. Wobei der Sport bereits 1972 eine Feindschaft zwischen US-Amerika und China, die im Koreakrieg entstanden ist, mit der sogenannten „Ping-Pong-Diplomatie“, wo dank der Freundschaft eines amerikanischen und chinesischen Tischtennisspielers, das amerikanische Team nach China eingeladen wurde, beenden konnte. Danach kam es zum ersten Treffen von Mao Zedong und Richard Nixon. Die derzeitigen, chinesischen Provokationen gegen Taiwan und die US-Amerikanischen Aktivitäten im südchinesischen Meer, mit dem Interpazifik-Sicherheitspakt „Akus“, könnte man mit der Situation, vor der Olympiade in Sotschi, vergleichen. Mein damaliger, kritisierter Leserbrief, wo ich meine Meinung „mit dem politischen Boykott der Olympiade hat der Westen die letzte Möglichkeit vertan, mit Putin bei entspannter Stimmung die Ukraine-Krise zu lösen“ kundgetan habe, wurde mit der Annektierung der Krim, zur Realität. Mit Boykotts und Militärbündnissen wird man die chinesischen Menschenrechtsverletzungen oder Xi Jinpings Vorhaben „Taiwan ist eine abtrünnige Provinz, die es, wenn erforderlich, auch militärisch zurückzuerobern gilt“ nicht verhindern. US-Amerika muss China, das wirtschaftlich und militärisch längst eine Weltmacht ist, auf Augenhöhe begegnen und zum Einlenken bewegen.

Alfred Fuchs, Dornbirn