Eine Woche ­Wachsamkeit

Leserbriefe / 03.03.2022 • 17:48 Uhr

Das Erwachen ist brutal. Mehr als 75 Jahre Nachkriegsgeschichte sind zu Ende. Putin agiert wie ein mordender Diktator und seine russische Nomenklatura folgt ihm, unfassbar. Dieser Mann schlachtet ein Brudervolk nieder, ohne Rücksicht auf Verluste. Er versucht, eine eigene Geschichtsschreibung durchzusetzen, auf Kosten Tausender Menschenleben. Gegen das demokratische Menschenrechts-modell. Gegen Rechtsstaatlichkeit, Völkerrecht. Gegen Freiheit, wie wir sie kennen. Der Westen, Europa, sieht sich genötigt, aufzurüsten. Hunderte Milliarden Euro werden investiert, um diesem Wahnsinn entgegenzutreten. Geld, dass wir viel dringender bräuchten, um die herandrohende Klimakatastrophe vielleicht gerade noch zu kanalisieren. Der IPCC-Bericht ist dramatisch wie nie zuvor.

Putins Politik ist in dieser Perspektive kurz- und langfristig tödlich. Zukunftslos. Umso entschlossener müssen wir die Mehrfachherausforderung annehmen, uns engagieren, trotzdem kühlen Kopf bewahren. Unsere Klimatod-vermeidungsstrategien müssen wir mit doppeltem Engagement vorantreiben, jede, jeder Einzelne von uns, ab sofort: Denn das ist das, was wir alle tun können, in voller Solidarität mit der Ukraine und den Ärmsten in aller Welt. Wir können uns auch keinen Kulturrassismus leisten, der zwischen guten Flüchtenden aus der Ukraine und bösen Flüchtenden aus Afghanistan oder Syrien unterscheidet. Österreich muss gleichzeitig die Primitivität eines Sobotka und die Korruptionsanfälligkeit einer staatstragenden Partei überwinden. Wir brauchen Führungsqualität. Und Wachsamkeit. Eine Woche Wachsamkeit!

Andreas Postner, Rankweil