Karfreitag wurde

Leserbriefe / 13.04.2022 • 18:04 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

den Evangelischen gestohlen

Das, was 2019 geschah, empfanden die österreichischen Evangelischen als große Ungerechtigkeit. Sie protestierten heftig dagegen. Bis dahin war der Karfreitag in Österreich für alle Protestanten ein arbeitsfreier Feiertag. Das Angebot von Gottesdiensten verteilte sich auf den ganzen Tag. Der Karfreitag war der höchste oder einer der höchsten Feiertage des Kirchenjahres. Er war identitätsstiftend. Doch die damalige Bundesregierung schaffte ihn ab und ersetzte ihn durch einen „persönlichen“ Feiertag. Von nun an musste jeder Evangelische selbst entscheiden, ob ihm dieser Tag einen Urlaubstag wert war, um den er ansuchen konnte. Die Debatte darüber ist inzwischen abgeflaut. Doch die Evangelischen sind nicht zufrieden mit dieser Lösung. Sie möchten, dass der Karfreitag ein Feiertag für die ganze Bevölkerung werde. Die beiden Superintendenten Geist und Sauer von Wien und Kärnten wollen eine neue Initiative starten, indem sie das Thema bei einer wichtigen Tagung nach Ostern von Neuem auf die Tagesordnung setzen wollen. Sie rechnen mit einer Gesprächsbereitschaft der neuen Regierungskoalition und, besonders in Kärnten, mit der Unterstützung der Katholiken. „Ich kenne keine Diözese, wo sich die katholische Kirche so stark gemeinsam mit uns für den Karfreitag eingesetzt hat“, sagt Superintendent Sauer.

Pfr. Helmut Rohner, Dornbirn

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