Die Eier und der Hase

Leserbriefe / 22.04.2022 • 16:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Das weiß man ja inzwischen: Sie sind heidnische Fruchtbarkeitssymbole im Zeichen der germanischen Frühlingsgöttin Ostara, in christlicher Sicht Auferstehungs-, Wiedergeburts- und Verwandlungssymbole. Aber wieso? Unsere Zeit liebt Daten und Fakten. Die VN brachten am 16./17. April auf A7 einen Bericht über den Hasen. In Vorarlberg wurden 2021 auf der Jagd 161 Hasen erlegt und 16 im Autoverkehr getötet. Auch die Zahl und Art der konsumierten Eier ist bekannt. Es ist jedoch lohnend, der Kultur- und Symbolgeschichte nachzugehen. Der Hase ist der Religionsgeschichte nicht so fremd. Wir wissen, dass er Schutz braucht und oft ein Angsthase ist. Wegen seiner Schnelligkeit war er in alten Kulturen häufig ein Attribut der Gottheit. Wohl deswegen durfte sein Fleisch im alten Israel nicht gegessen werden. Für Ambrosius hingegen galt er wegen seiner Farbveränderung als Symbol der Verwandlung und war auf Grabsteinen und Totenlämpchen abgebildet. Von daher wurde er zum Osterhasen. Das Ei ist in vielen Mythologien das Sinnbild des Anfangs, als Welten-Ei des Ur-Anfangs. Seine elliptische Form ist dem Kreis verwandt, hat aber zwei Brennpunkte und wird schließlich auch zur Gloriole.

Mag. Dr. Hildegard Pfanner, Bregenz