Lobenswerter Unternehmergeist

Leserbriefe / 26.06.2022 • 17:14 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zwei Meldungen der letzten Tage sind mehr als bemerkenswert. Der Meister-Bäcker Ölz entscheidet sich, in Zukunft nur noch Freilandeier zu verwenden. Als Pionier der visionären Unternehmer ist Karl Wlaschek zu nennen, der die Käfigeier schon 1994 aus seinem „Billigen Laden“ geschmissen hat. 2009 folgte bekanntlich das Verbot für Käfigeier in Österreich, 2012 europaweit. Auf dem von Gesundheitsminister Rauch einberufenen „Tierwohlgipfel“ einigten sich die Spitzen des Lebensmittelhandels darauf, bei tierischen Lebensmitteln eine Kennzeichnung nach der Art der Tierhaltung einzuführen. Die Unternehmen reagieren offensichtlich schneller und umfassender auf die Wünsche der Konsumenten/Bürger als die Politik, denn die Haltungskennzeichnung war im „Tierwohlpaket“ der Bundesregierung nicht zu finden. Die wahren Blockierer haben sich auch gleich nach Bekanntwerden der Einigung aus ihrem Schmollwinkel darüber protestierend zu Wort gemeldet, dass man sie nicht eingeladen habe. Vielleicht ist es ja gerade deshalb so schnell zu einem für Konsumenten und Tiere positiven Ergebnis gekommen. Und zu allem Überdruss poppt auch noch der nächste Skandal um einen AMA-Gütesiegelbetrieb in NÖ auf. Die jüngst präsentierte „Tierwohl-Initiative“ mit Überarbeitung der Gütesiegel-Kriterien und endgültigem Aus für den Vollspaltenboden ab 2033 dürfte damit als Ausschleichstrategie entlarvt sein und vom Markt überholt werden.

Dr. Erik Schmid,

Götzis