„Arbeiten will ich, nicht essen will ich!“

Leserbriefe / 02.10.2022 • 18:11 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum VN-Bericht „50 Millionen moderne Sklaven weltweit“, VN vom 15. 9.:

Obigen Spruch verwendete man seinerzeit, um Schülern klarzumachen, dass es auf den Beistrich ankommen kann. Moderne Sklaven würden eher sagen: „Arbeiten will ich nicht, essen will ich!“ Alarmierend ist die gewaltige Zahl von Menschen, die unter oft unerträglichen Umständen Zwangsarbeit aller Art leisten müssen, und zwar nachdem 1948 die Menschenrechte endlich deklariert worden sind. Man denkt natürlich an das Sklavenproblem in den USA und an die Sklaverei der Antike, deren Gesellschaft ohne die Haus- und Arbeitssklaven nicht funktioniert hätte. Der größte Sklavenaufstand aller Zeiten 71 v. Chr. unter dem ursprünglich freien Thraken Spartacus endete blutig mit der Kreuzigung von 6000 Gefangenen an der Via Appia in Rom. Später besserte sich die Lage. Es gab viele Freigelassene, und unter dem behinderten Kaiser Claudius regierten zwei allmächtige Freigelassene als Minister das Reich mit Erfolg (Mitte 1. Jh. n. Chr.). Wir diskutieren aktuell diverse Themen rund um die Arbeit. Das (germanische) Wort wurde im Deutschen bis zu Luther als schwere körperliche Arbeit gedeutet und erst dann auch als Aufgabe, als Beruf und Berufung, als Sinngebung verstanden.

Mag. Dr. Hildegard Pfanner, Bregenz

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