Der Hass

Leserbriefe / 10.10.2022 • 20:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Kommentar „Der Hass in unserer Gesellschaft“ von Prof. R. Haller, VN vom 22. 9. 2022:

Darf ich verspätet Einspruch erheben gegen eine Vereinfachung, wenn Prof. Haller da schreibt: „Der Hass, das Gegenteil der Liebe“: Schon von unserem spontanen Wertgefühl her ist uns klar, dass Liebe „an sich“ so erhaben ist, dass sie gar nicht in ein Verhältnis zum Hass zu bringen ist, besser gesagt: Liebe ist als Ideal das Erhabene schlechthin, wogegen Hass geradezu nichts von „Erhabenheit“ zeigt. Ich glaube, dass Liebe das Ursprüngliche ist, Hass das „Spätere“ und keineswegs gleichursprünglich mit Liebe. Allerdings sind wir heute als sogenannte „aufgeklärte“ Menschen versucht, eher zu lächeln über dieses naive Lob der Liebe. Als wissenschaftlich Gebildete wissen wir doch, dass Liebe in Wirklichkeit nichts anderes ist als ein biochemischer Gehirnzustand und deshalb durchaus „komplementär“ dem Gefühl des Hasses. Was nun die „Befreiung“ vom Hass angeht, da bin ich nicht so ganz der Überzeugung von Prof. Haller: Dass „alle großen Denker zum Schluss gekommen seien, gegen Hass gebe es nur ein wirksames Mittel: Information, Transparenz, Aufklärung.“ Da glaube ich doch mehr an das Beispiel liebevoller Menschen, wie etwa das meiner Mutter oder das des Hl. Franziskus am 4. Oktober. Im Wochenkalender der „Raika“ ist der Spruch eines Denkers zu lesen: „Worte sind Zwerge, Beispiele werden zu Riesen“.

Peter Mathei, Alberschwende

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