Ohne Dampf

Leserbriefe / 16.10.2022 • 17:41 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

kein Mampf

„Was Anständiges hab ich Gott sei Dank nicht gelernt“ sang Reinhard Mey in seinem Lied „Was kann schöner sein auf Erden als Politiker zu werden“. War und ist absichtlich überspitzt formuliert. Es gibt natürlich auch (Spitzen-)Politiker*innen, die in puncto Allgemeinbildung was drauf haben. Definitiv nichts bis wenig in diese Richtung drauf haben solche Vertreter*innen dieses Berufsstandes, die meinen, dass die Energieversorgung auf der Nordhalbkugel weitgehend ohne thermische Kraftwerke auskommen kann.

Im Winter gibt es nun mal regelmäßig längere, trübe und gleichzeitig windarme Kaltwetterphasen mit gleichzeitigem Niederwasser im Einzugsbereich von Flusskraftwerken. Dann braucht es einfach regelmäßig Dampfkraftwerke und Gasturbinen für die Stromerzeugung oder eben mehr oder weniger lange Stromabschaltungen. Dann steht jede moderne Industriegesellschaft, und das schnell und endgültig. Da aber Kohle, Öl und Gas „klimaböse“ und AKW „korrektpolitisch“ sogar ultraböse sind, bleiben theoretisch noch Biomasse und Biogas. Eine einigermaßen umweltverträgliche Beschaffung der erforderlichen Mengen ist aber völlig unrealistisch.

Ohne Dampf würde übrigens auch die halbe Vorarlberger Industrie, speziell die Nahrungsmittelproduktion, stehen. Ohne Dampf kein Mampf, ganz einfach. Auch wenn ich jetzt als langjähriger Ökostrombezieher von naturwissenschaftsfernen Bullerbü-Energieexpert*innen verbal gesteinigt werde: Ohne neue, moderne AKW werden wir die Energie- und Klimakrise nicht „Putin- und generell Despotensicher“ lösen können.

Dr. Klaus König, Lauterach

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