Doppelfunktion – Ein Dilemma für LH Wallner?

Leserbriefe / 25.10.2022 • 17:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
vn/paulitsch

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Nachdem in den Medien glaubwürdig berichtet wird, dass LH Wallner im Finanzministerium sich für eine rasche Entscheidung in Sachen Steuervorschreibung bezüglich der Vorarlberger Illwerke eingesetzt habe, hat LH Wallner seine diesbezüglichen Nachfragen anscheinend damit begründet, dass sein diesbezügliches Handeln deshalb erforderlich und gerechtfertigt gewesen sei, da die Illwerke ja dem Land Vorarlberg gehören würden.

Ja richtig, als Eigentumsvertreter hat der Landeshauptmann sicher richtig gehandelt, wenn er versucht hat, alle legalen Möglichkeiten auszuschöpfen, damit die Steuervorschreibung so niedrig wie nur gesetzlich zulässig erfolgt. Als politischer Funktionsträger, der die Interessen des Gesamtstaates zu vertreten hat, kann man die Situation natürlich auch durchaus anders sehen. Eigentlich ein ziemliches Dilemma. Ich kann hier nur immer mehr diesbezüglich auf die Einstellung von Altbürgermeister Rudi Sohm in Dornbirn verweisen, der mir gegenüber erklärt hat, dass er bei Antritt des Amtes des Bürgermeisters die ihm ebenfalls angetragene Position des ÖVP-Stadtparteiobmannes mit der Begründung abgelehnt habe, dass er als Bürgermeister alle Dornbirner(innen), ob sie schwarz, blau, rot, grün oder nicht wählen, gleich zu behandeln habe und er gar nicht in den Verdacht kommen wolle, eigene Parteigänger zu bevorzugen. Es wäre wohl sehr schön, wenn sich diese seine Vorgangsweise österreichweit durchsetzen könnte.

Dr. Hermann Böckle,

Dornbirn

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