s’Weggle und s’Füferle

Leserbriefe / 28.10.2022 • 16:53 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Zum Interview mit LK-Vize Hubert Malin, VN vom 25. 10. 2022:

Die zwei mächtigen Männer der Landwirtschaftskammer sind sich also beim Ziel der Reduktion des Rotwildbestandes einig, nur bei den Methoden nicht. Präsident Moosbrugger hat mehrfach ein verniedlichend als „Reduktionsgatter“ benanntes Tötungsgatter gefordert. Sein Vize Malin lehnt das strikt ab, was ihm gar nicht genug hoch anzurechnen ist. Er ist in dieser Situation wirklich nicht zu beneiden. Als Vertreter der Grundbesitzer müsste er diesem behördlich verordneten Gemetzel ja zustimmen. Er unterliegt aber auch einem weiteren massiven Interessenskonflikt, der die wahre Ursache der ganzen Misere ist: Hohe Einnahmen aus der Jagdpacht gibt es nur bei hohem Wildbestand, kapitale Hirsche sind eben Kapital. Deshalb wird der Bestand an Rotwild nach wie vor massiv mit Zusatzfutter künstlich hochgehalten. Offiziell immer noch als „Lenkung“ zur Verhinderung von Waldschäden, erfahrungsgemäß und epidemiologisch die Hauptursache für die besorgniserregenden Infektionsraten. Den boden- und traditionsverbundenen Repräsentanten des Bauernstandes sollte die Regel vom Weggle und Füferle bekannt sein.

Dr. Erik Schmid, Götzis

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