Über die aktuelle Situation im LKH Rankweil

Leserbriefe / 18.11.2022 • 17:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
LKH Rankweil

LKH Rankweil

Wie in den Medien berichtet, fehlt es derzeit in der psychiatrischen Abteilung des LKH Rankweil an Personal. Es würde zu wenig Personal für zu viele schwierige Patientinnen und Patienten geben. Dieser Umstand hat eine direkte Auswirkung auf die Behandlung der Menschen in der akuten Krise.

Laut dem Patientenanwalt des IfS, Christian Fehr, hat sich die Zahl der Fixierungen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Das heißt im Umkehrschluss, dass mindestens jede zweite Zwangsmaßnahme mittels Fixierung am Bett eigentlich nicht erforderlich wäre, wenn eine Alternative wie die 1:1-Betreuung zum Zug kommen würde. Eine Korrelation zwischen einem hinreichenden Betreuungsschlüssel und Zwangsmaßnahmen wird hier deutlich erkennbar.

Für die Betroffenen sind die Zwangsmaßnahmen oft einschneidende und traumatisierende Erlebnisse mit teils jahrelangen Nachwehen. Ein Ausbau des ambulanten Angebots ist durchaus begrüßenswert und auch der Grundsatz „ambulant vor stationär“ ist in der Behandlung der richtige Ansatz. Aber es kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Zwangsmaßnahme keine Alternative darstellt, sondern vielmehr die 1:1-Betreuung in der Akutpsychiatrie alternativlos ist.

Mario Leitgeber, BA, Beratungsstelle ‹omnibus› … für seelische Gesundung, Bregenz

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