Wieder ein bisschen mehr „analog“…

Leserbriefe / 15.12.2022 • 17:46 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Ich reiste kürzlich nach Malaga und benutzte dafür Flugzeug, Bus, Zug, S-Bahn etc. 90 Prozent aller Mitreisenden starrten in das magische „Kästchen“ und kriegten vom Umfeld überhaupt nichts mit. Das betrifft auch die Touristen beim „Sight-Seeing“: da wird permanent digital mit „daheim“ kommuniziert (warum fahren denn die Leute überhaupt anderso wo hin?) oder pausenlos „Selfis“ und Fotos gemacht, teilweise an den unmöglichsten Stellen, um anderen den Weg zu versperren. Das Wesentliche, nämlich in fremden Ländern neue Eindrücke zu gewinnen, der verpufft völlig. Und genau deshalb hat man nach dem Trip das Gefühl, als ob „alles nur ein Film war“, ist auch so. Zu Hause schaut dann niemand mehr die Flut an Fotos an, da erstens viel zu viele und zweitens schon gar nicht mehr „aktuell“. Eine weitere Unart ist die des nur noch Tippens und Schreibens und „Audio-Nachrichten“ per App versenden. Unlängst verärgerte ich eine gute Freundin dadurch, dass ich ihr mitteilte, dass ich mir am Geburtstag keine „Audio-Message“ wünsche, sondern einen „ganz banalen“ kurzen Telefonanruf. Sie war beleidigt, weil ich mich nicht für die Audio-Message bedankte…. Ich gratuliere uns allen! Wir begreifen nicht mehr, dass ein Telefonanruf mit Stimme bzw. ein persönliches Gespräch unersetzbar ist und echte Empathie ermöglicht.

Christian Salzmann, Dornbirn

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