Fasching und Aschermittwoch

Leserbriefe / 11.01.2023 • 18:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
VN/Steurer

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Es ist Fasching, ich weiß; am 22. Februar „Aschermittwoch“. Am 24. Februar 2022 ist das russische Militär in der Ukraine eingefallen, im Frühjahr 2014 hat Russland die völkerrechtlich zur Ukraine ge-hörende Krim annektiert. Im Vergleich zu den Wahnsinnszuständen des mörderischen Kriegs in der Ukraine herrscht bei uns permanent Fasching. Zuletzt sind Hunderte russische Soldaten gefallen. Der irrwitzige Blutzoll geht ungehindert weiter; bei uns sind bei Silvesterfeiern durch Böller und Leucht-Raketen einige Menschen verletzt, einzelne sogar durch unvorsichtiges Vorgehen getötet worden; die Auswirkungen dieser Ekstase auf die Tier- und Pflanzenwelt, auf die Umwelt und vor allem auf die Luft werden zwar beklagt, die Klagen sind aber längst in dieses Neujahrs-Fanal regelrecht einbezogen: Es ändert sich nichts. Bei allem schaurig-schönen Bewundern der Feuerwerke kommt wohl nur wenigen in den Sinn, dass Raketen, Bomben, Drohnengeschütze nur wenige 1000 km ostwärts Menschen und Tiere zerreißen, zerfetzen, mit ähnlich schlimmen Getöse, Aufleuchten, suspekten Geräuschen. Die Gleichzeitigkeit dieser Ereignisse in Europa ist schizophren, sie ist verrückt. Vielleicht Zeit, an den Nach-Fasching zu denken, symbolisch an den „Aschermittwoch“? Vielleicht um 17 Uhr nochmals alle Glocken läuten? Um für Frieden und Gerechtigkeit für die Ukraine und Russland innezuhalten, einzutreten, ein Zeichen zu setzen . . .
Wenigstens die Kirchen Europas sollten das tun.

DI Andreas Postner,

Rankweil

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