Wie krank ist unser Gesundheitssystem?

Leserbriefe / 18.01.2023 • 17:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Krankenhäuser sind das mit Abstand teuerste Segment – und ausgerechnet da ist Österreich in internationalen Statistiken die unangefochtene Nummer eins. Das weiß die Gesundheitspolitik natürlich. Doch der Versuch, gegenzusteuern scheitert grandios auch in Vorarlberg. Was fehlt, ist ein echter Systemwechsel: Wenn man weniger Behandlungen im Krankenhaus will, muss man die Strukturen außerhalb ausbauen. Am aktuellen Beispiel der aktuellen Grippewelle: Viele Patienten müssten nicht ins Spital, wenn zu Hause täglich der Hausarzt da wäre, oder auch eine schon lange versprochene Primärversorgung. Das käme viel billiger als ein unnötiger Spitalsbesuch, nur müsste ordentlich in diesen Bereich – Primärversorgung genannt – investiert werden. Etwa in die Honorare der Hausärzte, für die es sich derzeit gar nicht auszahlt, Patienten daheim zu betreuen. Dass das derzeit nicht passiert, liegt auch in der Zersplitterung des Gesundheitssystems begründet. Denn der Gesundheitskassa ist es gar nicht so unrecht, wenn die Patienten im Spital landen. Denn dafür zahlen im Wesentlichen die Bundesländer. Die Bundesländer wiederum geben zwar den Kostendruck an die Spitäler weiter (leider nicht personell), sind aber nicht ernsthaft an einem Systemwechsel interessiert. Denn dann gingen Macht und Einfluss verloren. Und so bleibt alles, wie es ist. Bis zur nächsten Grippewelle.

Peter Vaschauner, Feldkirch

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