Gemeinsame Schule? Ja!

Leserbriefe / 23.01.2023 • 18:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die am Samstag, dem 21. 1. 23 in zwei Leserbriefen geäußerten Gedanken zur Beibehaltung des jetzigen Schulsystems sind fürs Erste durchaus nachvollziehbar, sie scheinen einleuchtend. Aber: Sie lassen die ausschlaggebenden Erfahrungswerte außer Acht. Es gibt überzeugende Beispiele erfolgreicher Gemeinsamer Schulen in Finnland, Südtirol und in der preisgekrönten Gemeinsamen Schule in Göttingen. Beispiele ziehen an! Weiters: Die Trennung ist – von Psychologen bestätigt – mit 10 Jahren zu früh; zudem fördert sie den Druck auf die Kinder schon in der dritten Klasse sowie auf die Eltern und die Lehrkräfte.

Die Pädagogische Hochschule Feldkirch hat vor zehn Jahren bei einer Umfrage die Meinung von 19.700 Personen ermittelt – von Lehrpersonen, Eltern und Kindern. 78 % sahen in der Gemeinsamen Schule mehr Chancengerechtigkeit. Der Nationale Bildungsbericht BIFIE stellte schon vor mehreren Jahren fest, dass die frühe Aufteilung der SchülerInnen zu nachteiligen Folgen für die Chancengleichheit und Leistungen führt, und der Vorarlberger Landtag hat 2015 einstimmig beschlossen, eine Modellregion für eine Gemeinsame Schule zu errichten.

Die Argumente für eine solche Schule hätten Gewicht. Aber leider zählen nicht die besseren Argumente, sondern es zählt die Macht hinter den Argumenten.

Alois Schwienbacher, Altach

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