Der (auch) ratlose Harald Walser
Mit Harald Walsers Kommentaren stimme ich inhaltlich normalerweise nicht überein. Sein neuester VN-Kommentar „Blaues Wunder?“ spricht mir aber schon fast aus der Seele. Wie groß muss doch der Frust im Wahlvolk sein, wenn z.B. in der Steiermark die FPÖ in Umfragen deutlich vorne liegt, obwohl sie mutmaßlich von einem veritablen Korruptionsskandal gebeutelt wird. Dabei liegt die Antwort doch am Silbertablett auf der Hand. Die „Altparteien“ inkl. der ÖVP haben sich ehrlicher Werte, wie z.B. in der Bergpredigt zu lesen, entledigt und durch flach wurzelnde sowie leicht austauschbare Gesinnungen ersetzt. Billige Machtspiele und gegenseitiges politisches „Wadlbeißen“ sind die Folgen. Die großen Kirchen haben sich leider komplett aufgegeben, versinken teils im Missbrauchssumpf, versuchen sich als Trittbrettfahrer beim Gendern und Regenbogenfahnen schwenken, garniert mit ein bisschen Klimaschutz. Ist nur mehr peinlich, statt Gottes persönliche Botschaft zu verkünden – was natürlich anecken würde – lediglich faserschmeichelnde Anbiederung an den situations-elastischen Zeitgeist. Die aufgeregt verbissenen Demos „gegen rechts“ verpuffen wirkungslos bzw. sind unfreiwillige Wahlwerbung für FPÖ und AfD (in D). Mich beschleicht immer mehr die Ahnung, dass unsere nach außen noch, wenn auch oft rostig glänzende westliche Kultur, wie viele Vorgängerinnen, von innen verfault, weil wir die Werte, die uns aufblühen ließen, über Bord geworfen haben.
Dr. Klaus König, Lauterach