Was die Debatte offenbart …
Dies hat der Kulturwissenschaftler Bernhard Tschofen in seinem Vortrag unter dem Titel „Im Schatten des Wolfes“ am 27. Mai im Vorarlberger Landesmuseum herausgearbeitet. Die extreme Polarisierung der Debatte, das sture Beharren auf Positionen ohne das Eingehen und Ernstnehmen anderer Meinungen ist für keine Debatte förderlich und ist auch nicht lösungsorientiert. Die direkte Betroffenheit der Tierhalter steht außer Frage, nur sollte laut Prof. Tschofen die Betroffenheit jener, die sich für einen umfassenden Naturschutz einsetzen, ebenso anerkannt und geachtet werden. Der untergriffige und diffamierende Ton, den Edwin Juen mit seinen Unterstellungen in seinem Leserbrief „Thema Wolf“ (VN 31. 05. 25) anschlägt, ist jedenfalls kein konstruktiver Beitrag. Alle Achtung vor dem Steinschaf-Züchter aus dem Montafon, der den Weg nach Bregenz auf sich genommen hat, um seine Sicht in die Debatte einzubringen.
Dass dieser Schafzüchter nicht allein gelassen werden darf und ein Anrecht auf jede Unterstützung zum Schutz seiner Herde hat, war sinngemäß die Aussage des Referenten. Auch die Sicht von Dr. Haller, von LR Gantner, den Landwirten und Jägern hat in dieser Debatte ihre Berechtigung, wenn sie nicht einseitig geführt wird. Dialog meint die Beteiligung und Einbeziehung aller Seiten, wenn er förderlich sein soll.
Franz Ströhle, Alpenschutzverein für Vorarlberg, Dornbirn