ÖVP und Demokratie
Bei der ÖVP-Machtausbreitung, aktuell wieder ein Versuch im Krankenhausbereich, fragt man sich, wie demokratisch sich diese Partei entwickelte. Mittlerweile breitet sich ihr Machtbereich weiter aus: Bisher zählen dazu beispielsweise: Krankenkasse, vkw mit Strom- und Gasversorgung, samt deren dutzenden Gesellschaftsbeteiligungen, die teils private Pionierunternehmen konkurrenzieren, illwerke, Dornbirner Messegesellschaft, Bodensee- und Hypo-Bank samt deren Unternehmensbeteiligungen, Landes- und Wälder-Versicherung, Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer, Vogewosi usw., in denen die Aufsichtsgremien mit Partei-Vertrauensleuten besetzt sind und ganz besonders die Fachhochschule Dornbirn.
Diese wird massiv gefördert und gesponsert, um eine Universitätsgründung im Land weiterhin zu erschweren. Soweit es zaghafte Initiativen im medizinisch-universitären Bereich gab, ließ man sie im Sand verlaufen. Dem gleichen Ziel dient das Streben nach der Fachhochschul-Berechtigung für ein wissenschaftliches Doktoratsstudium.
Die Devise war stets, Landes-Fachhochschulen zu fördern, um Einfluss auf das Lehrpersonal zu behalten, was bei Universitäten nicht gewährleistet ist. Sorge der ÖVP ist bundesweit, dass Studierende aus „schwarzen“ Haushalten auf Universitäten gehen und dann als „Rote“ oder „Grüne“ zurückkommen. Undemokratisches, opportunistisches Denken weist daher den Weg dorthin, wo man sich hierzulande besser gutzustellen hat. So lässt sich die Demokratie schleichend unterwandern in Richtung Partei-Herrschaft, die bestimmt, wie politische Ämter besetzt und die Macht innerhalb des Systems ausgeübt wird.
Dr. Walter Loacker, Hörbranz