Richtige, statt falsche Hoffnung?
Zum Leserbrief von Oskar Piffer, VN vom 2.1.2026:
Richtig: Wir brauchen die gute Straßeninfrastruktur im Ländle. Deren Brücken, Tunnels und Galerien entstanden Großteils in den 60er- und 80er-Jahren und sind sanierungsbedürftig. Das bringt uns bereits budgetär an unsere Grenzen und hat 2025 im Land gut 20 Millionen Euro mehr gekostet als geplant. Dazu kommen immer mehr Klimaschäden. Österreich ist europaweit Rekordhalter in Straßenkilometern pro Einwohner und in der Bodenversiegelung, ohne Lösung der Verkehrsprobleme. Ziel muss sein, die Reduktion des Verkehrs durch überflüssige Straßennutzer. In der Schweiz wurde der Bevölkerung der Autobahnausbau an vier Staustrecken (darunter St. Gallen) um ca. sechs Milliarden Franken vorgeschlagen. Wurde durch Volksabstimmung abgelehnt. Immer mehr Städte sperren die Innenzonen für den Autoverkehr (Lärm, Schadstoffe, Sicherheit, Klima, Platz für mehr Grünflächen) und erhöhen damit schlagartig die Lebensqualität. Beispiele dafür gibt es in ganz Europa. Dazu braucht es Alternativen zum Auto. Paris hilft sich mit Doppelmayr-Seilbahn und der Umwandlung von Autoboulevards in großflächige Radwege. Der Ausbau der Vintschgerbahn in Südtirol hat alle Erwartungen übertroffen und stärkt Visionen für eine neue Dolomiten-Eisenbahn. Geplante Transitautobahnen, Autobahnanschlussstellen, Stadttunnel, Ortsumfahrungen von Lochau bis ins Montafon und in den Bregenzerwald: Bringt das langfristig bei umfassender Betrachtung wirklich mehr Lebensqualität, Gemeinwohl für alle? Es sind falsche Hoffnungen.
Eugen Schneider, Lustenau