„AK-Ruf nach Erbschaftssteuer“

Leserbriefe / 14.01.2026 • 19:32 Uhr

VN-Bericht vom 13. Jänner 2026.

Zum VN-Bericht vom 13. 1. 2026:

Der erneute Ruf der Arbeiterkammer nach einer Erbschaftssteuer ist Symptom eines tieferliegenden Problems: eines Staates, der trotz Rekordsteuereinnahmen nicht reformfähig ist. Österreich zählt längst zu den Höchststeuerländern der Welt – dennoch reicht das Geld nie. Warum? Weil strukturelle Reformen konsequent vermieden werden: Pensionen, Föderalismus, Förderwesen, Verwaltung. Stattdessen greift man reflexartig zur einfachsten, aber schädlichsten Lösung: noch mehr Steuern. Die Erbschaftssteuer ist dabei besonders ungerecht und ökonomisch sinnlos. Das vererbte Vermögen wurde bereits mehrfach besteuert. Eine zusätzliche Abgabe bestraft Sparsamkeit, Familienverantwortung und Eigentum. Getroffen wird nicht „das eine Prozent“, sondern der Mittelstand: Familienbetriebe, Häuser, Höfe – oft mit hohen Buchwerten, aber ohne Liquidität. Die Folgen sind: Zerschlagung, Verkauf oder Abwanderung. Das ist kein Sozialstaat, das ist Substanzverzehr. Der österreichische Ökonom Ludwig von Mises hat es klar formuliert: Der Staat kann Wohlstand nicht verteilen, den er nicht zuvor ermöglicht hat. Nicht mehr Staat, nicht mehr Umverteilung, nicht mehr Sozialismus bringen Lösungen – sondern weniger Staat, Reformen, Eigentumsschutz, Eigenverantwortung und Freiheit. Alles andere ist politischer Selbstbetrug auf Kosten der Leistungsträger.

Dr. Christoph Nussbaumer, Hohenems