Leserbrief: Warum Harald Walsers Ruf nach der Erbschaftssteuer ökonomischer Unsinn ist

Zum VN-Kommentar “Steuergerechtigkeit” von Harald Walser, VN am 16.1.26:
Herr Walser leidet offenbar an einem weit verbreiteten politischen Leiden: chronischem Staatsvertrauen bei akuter Wirtschaftsunkenntnis. Trotz Höchststeuern, Rekordeinnahmen und historischer Abgabenquoten kommt er zum erstaunlichen Schluss, der Staat habe immer noch zu wenig Geld. Das ist ungefähr so logisch, als würde man bei einem Alkoholiker fordern, er brauche dringend noch ein Glas – zur Stabilisierung. Die zentrale Illusion: Geld sei beim Staat besser aufgehoben als bei Unternehmern. Genau hier beginnt der ökonomische Totalschaden. Ludwig von Mises hat es unmissverständlich erklärt: Jeder Euro, den der Staat per Steuer entzieht, fehlt für Investitionen, Innovation, Risikokapital und Produktivität. Der Staat schafft keinen Wohlstand – er verbraucht ihn. Dass Herr Walser Unternehmer und “Reiche” zum Feindbild erklärt, ist kein Mut, sondern Populismus. Ohne Kapitalbildung, Eigentumsschutz und unternehmerisches Risiko gäbe es genau das, was Sozialisten historisch zuverlässig liefern: Mangel, Abwanderung und Stillstand. Friedrich August von Hayek nannte das die Anmaßung von Wissen: Politiker glauben, Ressourcen besser lenken zu können als Millionen Marktteilnehmer. Dass Javier Milei gerade zeigt, wie ein sozialistisch ruiniertes Argentinien durch weniger Staat, mehr Markt und Freiheit saniert wird, scheint Herrn Walser entgangen zu sein. Kurz gesagt: Österreich fehlt nicht die Erbschaftsteuer. Österreich fehlt der Mut, den Staat auf Diät zu setzen.
Dr. Christoph Nussbaumer, Hohenems