Leserbrief: Erbschaftssteuer

Leserbriefe / 22.01.2026 • 11:45 Uhr
Leserbrief: Erbschaftssteuer

Zum Leserbrief von Dr. Nussbaumer, VN vom 17. Jänner 2026:

Meine Gedanken als Unternehmer: Leistung muss sich lohnen: Bei unseren überhohen Lohnnebenkosten ist das nicht mehr der Fall. Es ist dringend notwendig, die Steuerlast vom Einkommen auf Arbeit (dazu zählt auch die Einkommensteuer der Unternehmer) hin zu leistungslosem Einkommen umzuverteilen. Leistung muss sich lohnen. Erben ist keine Leistung! (Außer man hilft nach …). In 19 EU-Ländern wird Erbschaftsteuer eingehoben. Auch in der Schweiz, in den USA gilt sogar eine Erbschaftsteuer von 40 %, in Japan von 55 %. Sind diese Länder unternehmerfeindliche, antikapitalistische Staaten? Nur wenn staatliche Aufgaben, wie Infrastruktur, Bildung, Forschung, Gesundheitsversorgung etc. finanziert werden können, ist ein gesundes Wirtschaften möglich. Wohlstand ist ein Zusammenspiel von Staat und Wirtschaft und nicht der alleinige Verdienst der Wirtschaft. Natürlich müssen die Steuereinnahmen verantwortungsvoll verwaltet und Ausgaben hinterfragt werden. Aber alles dem Markt überlassen zu wollen, wäre wohl die Dystopie einer Gesellschaft, in der ich nicht leben möchte. Und wenn’s schiefgeht (z. B. Finanzkrise 2008, Benko, …), muss erst wieder der Staat einspringen. Das Auseinanderdriften der Gesellschaft in wenige, die (ohne Leistung) immer reicher werden, und viele, denen trotz Arbeit das Notwendigste fehlt, muss vermieden werden. Eine kluge Erbschaftsteuer könnte ein Baustein dazu sein.

Markus L. Stadelmann, Dornbirn