Tag der Elementarpädagogik am 24. Jänner
Einmal im Jahr wird die Arbeit der PädagogInnen öffentlich gelobt, und PolitikerInnen betonen, wie wichtig Elementarpädagogik für die Entwicklung unserer Kinder ist. Zeitgleich wird die Landesförderung der Elterntarife für dreijährige Kinder in privaten gemeinnützigen Einrichtungen schrittweise gestrichen. Die Folge ist, dass Eltern aus finanziellen Gründen zunehmend gezwungen sind, ihre dreijährigen Kinder in öffentliche Kindergärten zu geben. In anderen Teilen Österreichs ist das üblich. Doch Vorarlberg rühmt sich, besonders qualitätsbewusst und weitsichtig zu sein. Warum belastet man dann das Kindergartenpersonal, das ohnehin am Limit arbeitet, mit noch mehr Dreijährigen? Dreijährige Kinder brauchen feste Bezugspersonen und Verlässlichkeit. Sie sind keine kleinen Fünfjährigen. Das bisherige System hat die Qualität gesichert, weil Eltern vielerorts auf private gemeinnützige Einrichtungen ausweichen konnten – etwa aufgrund von Öffnungszeiten, Erreichbarkeit, Anmeldefristen oder der Ferienbetreuung. Ich habe selbst erlebt, wie vier- und fünfjährige Kinder im Ferienkindergarten beim Abschied geweint haben. Der Gedanke, dass künftig auch Dreijährige mehrere Wochen in Sammelgruppen verbringen sollen – mit fremden PädagogInnen, in fremden Räumen und mit fremden Kindern – bereitet mir große Sorgen. Aussagen aus dem Landtag lassen kaum Zweifel: Größere Kindergartengruppen sollen kommen, um Personalkosten zu senken und die Gemeindekassen zu entlasten. Vorarlberg sollte es besser wissen – für unsere Kinder.
Angela Schmid, Feldkirch