Leserbrief: Asphalt statt Weitblick – Herr Gorbachs Verkehrspolitik

Herr Gorbachs Leserbrief liest sich wie eine Gebrauchsanweisung für Selbstverherrlichung. Wer ihn liest, merkt sofort: Es geht nicht um Vorarlberg oder seine Bürger, sondern nur um ihn selbst – um Größe, Erfolg und vermeintliche Weitsicht. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Folgen seiner Politik bleibt aus. Die von ihm gefeierten Straßenbauprojekte? Sie haben vor allem mehr Autos, mehr Lärm, mehr Stress für Anrainer gebracht. Dass neue Straßen zusätzlichen Verkehr erzeugen, ist Basiswissen der Verkehrsplanung – ignoriert wurde es trotzdem. Während vom Fortschritt die Rede ist, stauen sich die Autos und tragen die Anrainer die Last. Eindruck hätte Herr Gorbach hinterlassen, wenn er die Bahnstrecke bis Bludenz viergleisig und von Bludenz bis ins Ötztal zweigleisig ausgebaut hätte. Das wäre nachhaltige, zukunftsfähige Infrastrukturpolitik gewesen. Stattdessen wurde weiter auf Asphalt gesetzt – mit den bekannten Folgen. Keine Spur von Verantwortung für Zersiedelung, Klimabelastung oder Lebensqualität. Alles glänzt nur im Spiegel seiner Selbstdarstellung. Zum Schluss meine Ergänzung zu seinem berühmten englischen Satz (Brief an Alistair Darling, damals britischer Schatzkanzler): Vorarlberg is too small for me and the railway line too but the streets are too big.
Otto Bechter, Dornbirn