Leserbrief: Demokratie neu denken – auf dem Weg zur Sapikratie

Leserbriefe / 01.02.2026 • 12:30 Uhr
Leserbrief: Demokratie neu denken – auf dem Weg zur Sapikratie

In Diktaturen oder Monarchien hat die Bevölkerung keinen Einfluss darauf, wer regiert und welche Politik betrieben wird. In Demokratien darf sie zwar in mehrjährigen Wahlzyklen über Parteien abstimmen, erteilt damit aber faktisch einen Blankoscheck – im Vertrauen darauf, dass gewählte Vertreter ihre Interessen bestmöglich umsetzen. Vom politischen Tagesgeschäft bleibt der Bürger ausgeschlossen. Die Folge: “Politikverdrossenheit”. Bisher war das kaum anders lösbar. Doch im digitalen Zeitalter könnten wir Demokratie neu gestalten: durch die direkte Wahl von Regierungsmitgliedern, die als “Manager im Auftrag des Volkes” agieren. Ihre Entscheidungsprozesse müssten transparent und partizipativ erfolgen, indem politische Vorhaben digital offengelegt und fallweise von Fachkundigen verbessert werden – nach dem Prinzip: “Niemand ist gescheiter als alle.” Leitlinie des politischen Handelns sollte dabei die “evolutionäre Aufwärtsentwicklung von Mensch und Natur” sein – ein Maßstab, der über Parteiinteressen hinausweist und nachhaltiges Mitdenken fördert. Ich nenne diese Weiterentwicklung der Demokratie Sapikratie: ein Modell, in dem der Homo sapiens seine Vernunft und Kooperationsfähigkeit nutzt, um Politik klüger, transparenter und gemeinwohlorientierter zu gestalten.

Dipl. -Ing. Alfred Lexer, Hard