Leserbrief: Diktatorendämmerung oder Pax Putin?

Die Bilanz der aktuellen Möchtegern- und wirklichen Diktatoren wie Xi, Putin, Chamenei, Baby-Kim, Erdogan, Trump, Orban auf der Welt ist ernüchternd. Größenwahn, Aufrüstung, Krieg oder Drohungen damit, Zerstörung ziviler Strukturen, Unterdrückung auch mittels roher Gewalt, Gleichschaltung der Medien, Einschüchterung und Verhaften von Kritikern, das “können” diese Charaktere abgestuft vom Ansatz bis zur Perfektion. Bei den Themen Demokratie – “Aushalten”, Frieden stiften, nachhaltige Entwicklung, Wohlstand nicht nur für Hofschranzen und Mitläufer, schaut’s eher düster aus, nüchtern gesehen. In unseren vom woken Zeitgeist degenerierten Demokratien wünschen sich große Minderheiten eher “schlichter Gemüter” trotzdem den “starken” Mann, der “aufräumt”, und blenden dabei aus, dass auch sie dann meist zu den “Aufgeräumten” gehören werden. Für das (noch) demokratische Europa gibt es nüchtern gesehen 2 Alternativen. Entweder wir beenden das aktuelle kleinmütige, den mehrheitlichen Volkswillen ignorierende Klein-Klein durch eine wieder mutige Demokratie, oder wir bekommen ein “Friedensreich” von Wladiwostok bis Lissabon, z. B. des kleinen bösen Lügimir. Historisch hatten wir in Europa Ähnliches schon mal. Der makedonische König Philipp II. beendete 338 v. Chr. in der Schlacht von Chaironeia endgültig die damals schon degenerierte Demokratie der griechischen Stadtstaaten. Ab dem Zeitpunkt waren die Griechen nur mehr ein Spielball der Weltgeschichte. Wollen wir das etwa auch?
Dr. Klaus König, Lauterach