Leserbrief: Man fährt schneller, als man will

Ich fahre gegen 18 Uhr in Warth oben los mit dem Ziel “Alberschwende” – es ist im Dunkeln – und sage heute zum ersten Mal zornig zu mir selber: Jetzt fahre ich einmal so, dass es eine angenehme Fahrt wird! Nein, nicht langsam, aber auch nicht schneller, als ich will – so bei 50/60! Bisher habe ich mich nämlich unfreiwillig, ja widerwillig (!) dem dort üblichen Tempo angepasst, was dazu führte, dass ich jedes Mal in einen “Jagdbetrieb” geraten bin: Gejagter von den Hinteren und deshalb zwangsläufig ein Jäger meiner Vorderen! Heute aber will ich endlich einmal mein Tempo fahren! Und wenn dann die Scheinwerfer der “Verfolger” im Rückspiegel auftauchen und über den “Langsamen” da schimpfen, werde ich abbremsen und rechts blinken: Bitte vorfahren! – Und ich habe meinen “Ausstieg” durchgezogen! Freilich sind es an die zwanzig Überholer geworden, denen ich aber böse hinterhergemurmelt habe: Ihr fahrt alle “fremdbestimmt”! Fremdbestimmt vom schnellen Auto oder vom Hintermann oder von der Freundin am Nebensitz. Schließlich der Gedanke: Klar, dass die jetzt nicht den “Aussteiger” spielen können wie ich. Trotzdem: Ich will auch künftig versuchen, im Bregenzerwald (bei Dunkelheit!) “mein Tempo” zu fahren.
Peter Mathei, Alberschwende