Leserbrief: Unmenschlich!

So hat Landeshauptmann Markus Wallner die Situation an den viel befahrenen Straßen bezeichnet. Auch die Staus für die Autofahrer und Autofahrerinnen seien unzumutbar. Er warnte darüber hinaus davor, dass das Personal am LKH Feldkirch ohne Stadttunnel nicht mehr zur Arbeit kommen kann. Außer Frage stehen notwendige Entlastungsmaßnahmen für die Menschen in Feldkirch, Lustenau, Egg, Lorüns, Hohenems (Autobahnabfahrt), … Die Landesregierung setzt auf neue Straßen, für (mehr) Mobilität, mehr Konsum und mehr materielle Güteranhäufung und stellt Menschen, die sich für eine lebenswerte Zukunft ohne noch mehr Straßen einsetzen, als altmodisch dar. Man gewinnt den Eindruck, dass nur die Zunahme des Individualverkehrs modern ist und die Benützung der Öffis unzumutbar ist (sofern vorhanden). Doch dies würde die verkehrsgeplagte Bevölkerung nachhaltig entlasten, Unfälle, Umweltbelastung, Ressourcenverbrauch und Steuerkosten für die Erhaltung der Straßen und deren Neubau verringern. Unmenschlich ist die Situation der Menschen weltweit, die aufgrund der Klimakatastrophe schon jetzt ihre Lebensgrundlage und Leben verloren haben. Vielleicht könnten die Spitzen der Landesregierung mit gutem Beispiel vorangehen und öffentliche Verkehrsmittel benützen, statt große Autos mit mehr als 300 PS zu konsumieren. Dies wären gelebte Bürgernähe, Solidarität und eine Steuergeldsparmaßnahme, denn unmenschlich ist auch der ungleich verteilte Wohlstand (auch in Vorarlberg).
Jürgen Mathis, Hohenems