Leserbrief: Steuern für Reiche?

Leserbriefe / 19.02.2026 • 11:14 Uhr
Leserbrief: Steuern für Reiche?

Zum VN-Kommentar von Martin Ohneberg, VN vom 17. Februar 2026:

Fragt Herr Ohneberg. Aber selbstverständlich! Ein angemessener Beitrag tut nicht weh, stärkt das Budget und macht reiche Menschen nicht ärmer. Und da muss Herr Ohneberg gar nicht die Abgründe von Herrn Epstein aufzeigen. Da genügt ein kleiner Blick nach Österreich, zu Herrn Benkos Steuervermeidungen. Und viele andere Beispiele. Jährlich entgehen durch Erbschaften, Steuertricks und Stiftungen der Firmen und reichen Privatpersonen dem Staat Österreich zwischen 840 Millionen und 1,7 Milliarden Euro. Nicht gerechnet: 10 Milliarden USt.-Betrug, Scheinfirmen mit 500 Millionen Euro. (BMF 2026) Dieses Geld fehlt dem Staat für wichtige Dinge wie Bildung, Pflege und Klimaschutz. Ihr Leitkonzept, Leistung muss sich (schon wieder!) lohnen, bezieht sich bei Ihnen auf Kapital (ohne Neidlogik, selbstverständlich!), denn die Leistung für Arbeit stagniert seit Jahren. Reiche Menschen beeinflussen mit Geld die Politik, den Wohnungsmarkt und Bodenpreise. Kann man gut in Vorarlberg beobachten. Ihre Worte, der Staat soll effizient sein und sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren, sind nicht ganz richtig. Die Kernaufgabe des Staates in der Coronapandemie war wieder mal, die Firmen und Banken zu retten, die heute ohne Hilfen gar nicht mehr am Markt wären, da sie kein Eigenkapital für Notfälle gebildet haben, sondern ihr Geld woanders “sicher” angelegt haben.

Klaus Islitzer, Fussach