Leserbrief: Das S 18CP-Trauma – “als Projekt im öffentlichen Interesse”

Ja, es liegt im öffentlichen Interesse, Lustenau endlich von diesem gewaltigen Verkehrsmoloch zu befreien. Wir haben ein enormes Klimaproblem, das unsere Zukunft und die unserer Kinder massiv bedroht. Dies gemahnt, auch den motorisierten Verkehr einzudämmen und ihm nicht noch mehr Lebensraum als unbedingt notwendig zu opfern. Die projektierte S 18CP bedeutet Bodenversiegelung, enorme Kosten, Unterhöhlung lebenswichtiger Moorflächen, keine Rücksicht auf Grundwasserströme, Biodiversität und kritische Bauführung im wertvollen Torfgebiet – als gäbe es keine Alternativen. Infrastrukturminister Hanke bekennt sich laut VN-Bericht vom 11. März zu „Lückenschlüssen im höherrangigen Netz“, die „meistens nur wenige Kilometer lang“ sind. Diese Möglichkeit besteht auch im Rheintal! Stattdessen wird seit langer Zeit auf die längste, teuerste Variante mit gewaltiger Naturzerstörung und größtem Verfahrensrisiko gesetzt – weshalb? Im gemeinsamen Rheintal existiert ein Bereich mit einer Distanz von wenigen Kilometern zwischen den beiden Autobahnen. Eine Brückenspange mit „Verbindungsqualität“ könnte hier die österreichische und die Schweizer Autobahn verbinden. Die S 18CP ist kein Lückenschluss, sondern ein langer Umweg durch einen hochsensiblen Natur-, Erholungs- und für unsere Ernährung wichtigen Lebensraum. Es gibt auch ein Volksbefragungs-Nein zu diesem Straßenmonster. Wir brauchen eine klima- und zukunftstaugliche Verkehrspolitik, d. h. Gleisanschlüsse für Firmen und einen kurzen Lückenschluss mit Routenbindung. Gerne möchten wir dies unserem Infrastrukturminister mitgeben.
Mag. Roswitha Bösch, Lustenau