Leserbrief: „Beten statt handeln“

Zum Leserbrief von Mag. Gebhard Rüscher, VN vom 11. März: Herr Mag. Gebhard Rüscher, gerne trete ich mit Ihnen in Dialog, denn ich sehe das etwas umfassender. Sie nehmen ein Wort – „Beten“ – aus einem sehr weitreichenden Vorschlag des Papstes aus dem Kontext und vermitteln, zu Unrecht, dass dieses Wort die Botschaft sei. Der Vorschlag des Pontifex (Brückenbauer) geht auf eine tiefere Ebene ein. Der Papst schlägt vor, das Klima der Gewalt nicht zu verharmlosen, sondern zu stoppen. Seine Anregung ist, vor allem bei der Erziehung junger Menschen anzusetzen. Kirche, Familien, Schulen, Pfarreien, Bewegungen, Ordensgemeinschaften und staatliche Institutionen sollten gemeinsame Projekte entwickeln, um Gewalt gegen Frauen auszuschalten. „Für uns Christen gründet dieses Engagement auf dem Evangelium“, sagte Papst Leo XIV. Das ist ein Auftrag an uns Menschen und nicht ein „Zauberwort“, das unsere selbst geschaffenen Probleme von einer Allmächtigkeit wegwischt. Dass es in der weltweiten katholischen Kirche auch Nachholbedarf gibt, dazu haben wir offensichtlich die gleiche Ansicht. Reformen sind, gerade was die Frauen betrifft, notwendig. Ich denke, dass es bei allen Reformen nie einen Schlussstrich geben kann. In allen Gemeinschaften, Vereinen und Familien muss Achtsamkeit herrschen. Auch hier haben wir Gemeinsamkeiten, sehr geehrter Herr Mag. Rüscher.
Luis Caldonazzi, Thüringen