„General fordert nötige Ernsthaftigkeit in Heeres-Debatte“
Ich nehme Bezug auf die aktuelle Debatte rund um den „Aufbauplan 2032“ und die Forderungen des Generalstabschefs nach mehr Ernsthaftigkeit in der Heeres-Debatte. Als ehemaliger Berufsunteroffizier und ehemaliger Präsident der Österreichischen Unteroffiziersgesellschaft verfolge ich die aktuelle Debatte mit Sorge: Wir finden uns plötzlich im Jahr 2012/2013 wieder, als die „Kronen Zeitung“ schon einmal massiv gegen die Wehrpflicht mobilisierte. Heute erleben wir eine neuerliche, indirekte Kampagne dieses Boulevardblattes. Mit fragwürdigen Umfragen wird versucht, das notwendige Modell 8+2 (8 Monate Grundwehrdienst + 2 Monate Miliz) zu diskreditieren. Man warnt vor volkswirtschaftlichen Schäden, verschweigt aber die weitaus katastrophaleren Folgen einer verletzten Neutralität im Ernstfall. Die größte Sorge der Eltern sollte nicht die Dauer des Dienstes sein, sondern die Tatsache, dass sechs Monate ohne Milizübungen schlicht nicht ausreichen, um junge Menschen „feldverwendungsfähig“ auszubilden. Ohne die nötige Quantität der Ausbildung riskieren wir, dass unsere Soldaten im Ernstfall zu dem werden, was der Boulevard wohl als ‚Kanonenfutter‘ bezeichnen würde. Sicherheit ist kein Spielball für parteipolitische Polemik. Der Generalstabschef hat recht: Wir brauchen eine faktenbasierte Diskussion. Der Aufbauplan 2032 und damit die Sicherheit Österreichs dürfen nicht durch gezielte Stimmungsmache gefährdet werden. Das Expertenmodell 8+2 muss – besser gestern als heute – umgesetzt werden.“
Othmar Wohlkönig, Graz