Benzinpreisdebatte

Leserbriefe / 19.03.2026 • 20:17 Uhr

Im Interview mit dem ORF wich der Generaldirektor der OMV den Fragen des Reporters konsequent aus. Seine einzige klare Botschaft: Schuld an den hohen Benzinpreisen sei der Finanzminister. Dieser ließ sich nicht lange bitten und spielte bei seiner Pressekonferenz den Ball postwendend an die OMV zurück. Verantwortung? Offenbar ein Wanderpokal. Dabei wäre die Lösung so einfach, dass man sich fragt, warum sie niemand ernsthaft verfolgt: Man nimmt den aktuellen Rohölpreis, zieht den Preis vor dem Iran-Krieg ab und schlägt die Differenz transparent auf den unversteuerten Benzinpreis auf. So wären Zusatzgewinne auf Kosten der Konsumenten kaum mehr möglich. Denn eines ist klar: Die Verarbeitungskosten bleiben gleich – egal, ob das Rohöl billig oder teuer eingekauft wird. Lediglich der Finanzminister würde ein „Körberlgeld“ erhalten, was angesichts der derzeitigen Budgetsituation nicht schaden würde. Und die Autofahrer? Die haben es selbst in der Hand, sich aus der Rolle des Zahlmeisters zu befreien: Wer statt 130 nur 100 km/h fährt und kurze Strecken öfter zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt, setzt ein Zeichen – und spart bares Geld. Am Ende könnte die Rechnung überraschend einfach sein: weniger Tempo, weniger Verbrauch, mehr Geld im Börserl – und ganz nebenbei ein Gewinn für die Umwelt.

Werner Abbrederis, Rankweil