Gaisbühel – ein Bau­juwel: Was nun?

Leserbriefe / 19.03.2026 • 20:17 Uhr

Die ehemalige Lungenheilstätte Gaisbühel wurde in den Jahren 1917 bis 1920, zur ärmsten Zeit, die das Land Vorarlberg je erlebt hat, für an TBC erkrankte Menschen und Heeresangehörige – auch die k. u. k.-Monarchie unterstützte den Bau – sowie für lungenkranke Heimkehrer aus dem 1. Weltkrieg nach den Plänen des damals bekannten Architekten Willi Braun erbaut. Der Initiator und spätere LH Dr. Otto Ender setzte mit Architekt Braun auf nachhaltige Bauweise, und es entstand ein schöner Jugendstilbau, einer der schönsten in Westösterreich. Auch der Standort für eine Heilstätte war zweckmäßig und wurde aus 24 Standortbemühungen als der ideale ausgewählt. Gaisbühel wird von Nichteinheimischen oft als ein Schlösschen betrachtet. Im Jahre 2008 wurde die Lungenheilstätte in das LKH Feldkirch umgesiedelt. Nach einigen Jahren Leerstand wurde ein Flüchtlingsheim eingerichtet, und jede/r kann sich nun selbst ein Bild machen. Es müsste dem Land Vorarlberg doch möglich sein, dieses Baujuwel einem Bildungs-, kulturellen oder medizinischen Bereich zuzuführen. Ich verstehe den Unmut des BM M. Konzet von Bludesch, aber auch den Unmut vieler anderer Mitbürger. Es darf nicht wahr sein, dass durch die neuerliche Widmung dieses Gebäudes als Flüchtlingsheim – die auch wichtig sind – diese Perle der Architektur in Vorarlberg keine andere Verwendung findet.

Josef Gantner, Bludenz