Fadenscheinige Argumentation
Da hat die KUGES (Monika Wagner, Barbara Schöbi-Fink, Franz Salzmann u. a.) geglaubt, dass sie Stephanie Gräve nach langer, sehr erfolgreicher Intendanz sang- und klanglos nicht mehr verlängern können. Sie haben wohl nicht mit dem Unverständnis und dem Widerstand von allen Seiten gerechnet.
In der Folge brachten sie variierende, fadenscheinige Argumente ins Spiel, die sich bei näherer Betrachtung in Luft auflösten. Mein Favorit ist, dass offenbar für eine Verlängerung „eine in jeder Hinsicht außergewöhnlich positive Gesamtbeurteilung erforderlich“ ist. Was soll denn das genau sein? Es wurde natürlich nicht erklärt. Wir sind in den letzten Jahren wieder häufiger und mit Freude ins Theater gegangen. Sollte nun Frau Gräve trotz allen Widerstands nicht verlängert werden (man könnte ja auch einmal einen Fehler eingestehen), dann werden wir von der zukünftigen Intendanz natürlich auch eine „außergewöhnlich positive Gesamtbeurteilung“ erwarten – eine hohe Latte.
Claudia Schneider, Bregenz