Fehlerhafte Diagnostik bei Long-Covid-Patient:innen
Am 11. März 2020 stuft die WHO Covid-19 offiziell als Pandemie ein. Sechs Jahre später ist die Versorgung für Long-Covid- / ME/CFS-Patient:innen nicht nur nicht vorhanden – die Wahrheit ist: Fehlerhafte Diagnostik und falsche Handlungsempfehlungen verschlechtern die Heilungschancen Betroffener dramatisch. Ob die versprochene Anlaufstelle in Innsbruck kommt? Völlig irrelevant! Dieser Vorschlag zeigt einmal mehr die Wissenslücken und Ignoranz politisch Verantwortlicher. Kein(e) Patient:in mit gravierenden Long-Covid- / ME/CFS-Symptomen kann eine Anreise über diese Distanz und damit eine wochen- oder monatelange Verschlechterung des Zustands riskieren. Was es stattdessen dringend braucht: eine verpflichtende Fortbildung für Hausärzt:innen in grundlegender Diagnostik und Beratung. Der medizinische Rat, sich im „Pacing“ zu üben – dem behutsamen Herantasten an die eigene Belastungsgrenze – wird allzu oft falsch kommuniziert. Die korrekte Botschaft wäre: konsequente Vermeidung körperlicher und geistiger Anstrengung, bis sich Symptome länger anhaltend verbessern. Ansonsten droht ein „Crash“. Unsere Tochter leidet seit zweieinhalb Jahren an Long Covid / ME/CFS. Ihre Odyssee ist beispielhaft für das, was unzählige Betroffene durchmachen: Bagatellisierung, Psychologisierung, ratloses Weiterreichen von Arzt zu Arzt, Fehldiagnosen & kontraproduktive Beratung. Auf der Website der Vorarlberger Landesregierung heißt es: „Erster Ansprechpartner für Long-Covid-Patient:innen ist der Hausarzt.“ Super Idee – aber dann bitte endlich mit dem dringend nötigen Basiswissen.
Klaudia Kostner, Dornbirn