Formel 1 – Wo bleibt die Faszination

Leserbriefe / 30.03.2026 • 19:54 Uhr

Das Formel1-Rennen in Japan hat eines deutlich gezeigt: Die Königsklasse des Motorsports ist auf dem besten Weg, ihre Faszination zu verlieren. Über weite Strecken bot sich den Zuschauerinnen und Zuschauern eine monotone Prozession ohne echte Spannung oder Überraschungen. Besonders enttäuschend war, dass die im Vorfeld groß angekündigten Überholmanöver praktisch ausblieben. Eine kurze Hoffnung auf Spannung kam lediglich auf, als das Safety-Car auf die Strecke musste, doch auch dieser Moment verpuffte schnell. Hinzu kommt dieses ständige Energiemanagement, das inzwischen zu viel des Guten ist. Statt Racing sieht man Schachzüge auf Rädern: sparen, verwalten, abwarten. Mehr Rennfahren, weniger Rechnen – das wäre es, was die Fans sich wünschen. Der einzige echte Höhepunkt des Rennens war Kim Antonelli. Er war der Fahrer des Tages, der Einzige, der frischen Wind und echte Rennfreude versprühte. Doch ein einzelner Lichtblick reicht nicht, um ein insgesamt blutleeres Rennen zu retten. Wenn selbst ein Traditionskurs wie Suzuka keine Action mehr liefert, muss man sich ernsthaft fragen, wohin sich dieser Sport entwickelt. Für langjährige Fans ist es frustrierend, wenn Rennen nicht mehr mitreißen, sondern nur noch abgespult wirken. Die Formel 1 braucht wieder Mut, Unvorhersehbarkeit und echte RacingMomente – sonst verliert sie genau das, was sie einst so besonders gemacht hat.

Walter J. Gabriel, Göfis