Grenzen des ­Fortschritts

Leserbriefe / 01.04.2026 • 20:47 Uhr

Der geplante Mountainbike-Park im Montafon wirft eine zentrale Frage auf: Wie viel technische Leistung verträgt unsere Natur – und wer schützt sie vor Überlastung? E-Mountainbikes erreichen heute Drehmomentwerte, die bereits im Bereich kleiner Automotoren liegen. Bei einem Gewicht von kaum 25 Kilo entsteht eine Dynamik, die mit dem ursprünglichen Gedanken des Radfahrens in der Natur nur noch wenig zu tun hat. Diese Entwicklung verändert unsere Berge spürbar. Wenn schmale Wanderwege und Forststraßen von schnellen, motorunterstützten Bikes befahren werden, geraten Erholungssuchende, Familien und ältere Menschen immer öfter in brenzlige Situationen. Auch Bergrettungen berichten von zunehmenden Einsätzen nach Zusammenstößen und Stürzen. Dazu kommt eine rechtliche Grauzone: Während in manchen Regionen EBikes als Fahrräder gelten, werden sie andernorts als motorisierte Fahrzeuge eingestuft – mit entsprechenden Haftungsfragen im Schadensfall. Es ist daher höchste Zeit, klare Regeln zu schaffen: eigene, attraktive MTB-Strecken – und im Gegenzug geschützte Wege für Wanderer. Nur so kann ein großer Bikepark Akzeptanz schaffen und tatsächlich entlasten. Unsere Bergwelt ist ein gemeinsamer Lebensraum – kein Testfeld für immer stärkere Motoren.

Christian Baldauf, Hard