Social Media: Sucht als Geschäftsmodell!
Die jüngsten Urteile in den USA gegen Meta (Instagram) und Google (YouTube) bestätigen, was ich im Alltag längst beobachte: Plattformen werden bewusst so gestaltet, dass vor allem junge Menschen möglichst lange online bleiben. Die Folgen sehe ich direkt – müde Gesichter, nachlassende Konzentration, ständige Unruhe. Umso unverständlicher ist es, wie zögerlich Schule und Elternhaus reagieren. Es reicht nicht, Smartphones zu verteufeln oder halbherzige Regeln aufzustellen. Lehrkräfte müssen offensiv aufklären: über Endlos-Scrollen, Likes und algorithmische Tricks. Medienbildung gehört verpflichtend in jedes Klassenzimmer und dies nicht als Randthema, sondern als Schutzmaßnahme. Auch als Eltern stehen wir in der Verantwortung. Wir ertappen uns selbst dabei, wie oft wir zum Handy greifen und wie schnell man die eigene Vorbildrolle verliert. Gerade deshalb braucht es klare Nutzungszeiten, konsequente digitale Pausen und ehrliche Gespräche. Warnzeichen wie Schlafmangel, Reizbarkeit oder Rückzug dürfen wir nicht länger übersehen. Die Realität ist unbequem: Hier stehen mächtige Geschäftsinteressen gegen das Wohl unserer Kinder. Wegschauen ist keine Option mehr, kommen wir ins Tun.
Andreas Lunardon, Hard