Respektlos, hemmungslos, skrupellos, erbarmungslos, gesetzlos
Präsident Trumps Krieg gegen den Rest der Welt ist in eine neue Phase
getreten. Schimpfkanonaden, wüste Drohungen, Erpressungen. Nun Kriegsverbrechen mit Ankündigung. Eine Steigerung ist kaum noch möglich. Seit einem guten Jahr brüskiert und terrorisiert der Egomane im Weißen Haus langjährige Partner und politische Freunde der USA ebenso wie Konkurrenten um Rohstoffe, Wettbewerbsvorteile oder Einflusssphären. Zu Beginn seiner Amtszeit entließ er rund 1.500 (!) Spezialisten des Außenministeriums und ersetzte ihre Kompetenz durch einige Handvoll Karrieristen, Immobilienkumpels, Familienangehörige und außenpolitische Abenteurer. Als Qualitätskriterium schien nur noch bedingungslose, devote Loyalität zu gelten. Wo bisher unbedingte fachliche Qualität und Kontinuität den Maßstab bestimmten, scheint nur noch Nützlichkeit für die Befriedigung persönlicher Großmannssucht zu zählen. Dann der Iran-Überfall. Zum letzten Iran-Ultimatum – Dienstag, 20 Uhr Washingtoner Zeit – verkündete Trump: Wenn sie nicht folgen, „werden sie keine Brücken mehr haben. Sie werden keine Elektrizitätswerke mehr haben. Steinzeit, Steinzeit …“. Trump beansprucht für die USA ein Recht zum maßlosen Gewaltgebrauch, das nicht mehr aus internationalem Recht, sondern allein aus eigener Machtvollkommenheit abgeleitet wird. Laut NZZ: „Faustrecht statt Völkerrecht“. Für die zivilisierte Welt ist schon lange das Maß voll! Endgültig! Wann folgen dem endlich unsere politischen Anführer?!
Jürgen Gerdes, Mellau