24-Stunden-Betreuung in Frage gestellt

Leserbriefe / 12.04.2026 • 17:14 Uhr

ÖGB-Landesvorsitzender Herr Reinhard Stemmer kritisiert wieder einmal pauschal die Zustände der Betreuung rund um die Uhr. Zum Teil hat er ja Recht. Es müsste ihm aber bewusst sein, dass ohne dieses System tausende betreuungsbedürftige Menschen dann ohne kompetente Pflege dastehen. Klar ist, dass es unter den Agenturen schwarze Schafe gibt, die sich an vorhandene Regelungen nicht halten und die Betreuerinnen zum Teil abzocken. Umso bedauerlicher ist es, dass der von der Hauskrankenpflege Vorarlberg und der ARGE Mohi geführte Betreuungspool vom Land Vorarlberg nicht mehr die erforderliche Unterstützung erhielt und daher aufgelöst werden musste. Letztlich geht es bei der 24-Stunden-Betreuung um eine zutiefst zwischenmenschliche Beziehung zwischen Betreuenden und hilfsbedürftigen Menschen, die nicht bis ins Letzte gesetzlich geregelt werden kann. Rahmenbedingungen sind vorhanden. Nachdem die Betreuungspersonen selbständige Unternehmer:innen sind, liegt es an diesen und den hilfsbedürftigen Menschen, ob sie ein Betreuungsverhältnis eingehen wollen. Ich unterstütze voll, dass die öffentliche Förderung zu erhöhen ist, allerdings nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern pro Fall und Notwendigkeit. So einfach wäre das, ohne alles zu verkomplizieren.

Willi Hagleitner, Bregenz