Die Stunde des Bundespräsidenten
Zum Leserbrief von Dr. Hermann Böckle, VN vom 10.04.2026:
Ich kann Ihren Gedanken nicht folgen. Sie schreiben von Ereignissen, die Sie der Bundesregierung unterstellen, ohne auch nur ein Wort eines Geschehnisses zu erwähnen. Sie meinen, dass politische Entscheidungen von den Wählern zweifelsfrei getragen werden und dass der Herr Bundespräsident die Macht hat, ohne Grund die Regierung abzuberufen. Stattdessen sollte Herr Kickl beauftragt werden, mit leitenden Beamten zu regieren. Gleichzeitig sollte der Bundespräsident auch noch den Nationalrat auflösen.
Befinden wir uns noch in einer Demokratie? Für den Leserbrief von Frau Elvira Maul (Feldkirch) bedanke ich mich sehr ausdrücklich, Sie haben es gut erklärt!
Aus der Geschichte: Sowohl in Italien (Marsch auf Rom) als auch in Deutschland, Ermächtigungsgesetz, Bestellung ohne Wahl zum Reichskanzler, waren Mussolini und Hitler von „oben“ eingesetzt und ermächtigten sich selbst zum Diktator! Was darauf folgte, haben Millionen von Bürgern und viele Völker am eigenen Leib verspürt. Für Menschen mit normaler Denkweise war es ein Höllengang. Wir erleben heute noch die Auswirkungen der Völkerverschiebungen in Europa: Südtiroler, Sudetendeutsche, Ostvölker! Bleiben wir lieber bei der Demokratie, wenn sie auch ihre Schwächen hat.
Luis Caldonazzi, Thüringen