Persilschein in Causa Führerscheinprüfung
Also ich muss sagen, die Herren Wallner und Bitschi sind mutig. Ich bezweifle nicht, dass der neue Vorstand der Abteilung Verkehrsrecht fachlich hervorragend qualifiziert ist, auch nicht, dass er aktiv Schritte gesetzt hat zur Verbesserung und zur Zusammenarbeit mit den Fahrschulen, was ja wohl zum Mindesten gehört, das man in dieser eklig schmutzigen Causa tun kann. Noch nie habe ich allerdings gehört oder gelesen, dass die Affäre wirklich ernsthaft untersucht wurde, dass man z. B. zur Aufklärung dieser Gaunerei auf dem Rücken meist junger Menschen die Geldströme rückverfolgt hätte. Das Interesse, das zu tun, war anscheinend nicht vorhanden. Beim allgemeinen Wissensstand der Sachlage die Aussage zu tätigen: ‚… hat sich in keiner Weise etwas zuschulden kommen lassen‘, scheint mir für zwei Spitzenpolitiker sehr mutig zu sein. Also entweder wissen die beiden mehr, als allgemein bekannt ist, dann könnte im Interesse aller Beteiligten und Nichtbeteiligten durch Veröffentlichung dieses Wissens den, wie sie sagen, ‚öffentlichen Diffamierungen‘ der Boden sofort entzogen werden. Wenn nicht, dann entsteht der Verdacht der Vergabe eines Persilscheins.
Anton Hengl, Lauterach